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Nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF): Ägyptens Potenzial erschließen

Wie kann Ägypten seine Position im aufstrebenden globalen Markt für nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) stärken?

Nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF): Ägyptens Potenzial erschließen

Vor etwa drei Wochen – und die Frage ist nach wie vor hochaktuell: Im Mittelpunkt des Workshops „Sustainable Aviation Fuels (SAF) und Potenzial für Ägypten“ am 24. August 2026 bei der AHK Ägypten stand genau diese Frage. Der Workshop fand im Rahmen der Deutsch-Ägyptischen Partnerschaft für Grünen Wasserstoff (GH2P) statt, wurde von der GIZ durchgeführt und von der Deutsch-Arabischen Industrie- und Handelskammer (AHK Ägypten) unterstützt.

 

Aufbauend auf dem Business Roundtable zu grünen Flug- und Schiffskraftstoffen im Mai 2026 brachte die vertiefende Veranstaltung Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Luftfahrt, Industrie, Projektentwicklung, Finanzwirtschaft sowie technische Expertinnen und Experten zusammen. Gemeinsam wurden die Chancen und Herausforderungen beim Aufbau einer wettbewerbsfähigen SAF-Wertschöpfungskette in Ägypten diskutiert, die derzeit vor allem auf biogenen Rohstoffen basiert. Ergänzt wurde der Austausch durch Fach- und Unternehmensbeiträge zu:

 

  • internationalen Luftfahrtregelungen und Nachhaltigkeitsanforderungen,
  • Produktionspfaden für SAF und der Verfügbarkeit nachhaltiger Rohstoffe,
  • Zertifizierung, Rückverfolgbarkeit und Chain-of-Custody-Systemen, einschließlich der Anforderungen an eSAF als „erneuerbaren Kraftstoff nicht-biologischen Ursprungs“, der auf Wasserstoff basiert, mit Blick auf zunehmende eSAF-Vorgaben in den kommenden Jahren.

 

Ein zentraler Teil des Workshops befasste sich mit dem internationalen Regulierungsrahmen für die Luftfahrt, insbesondere mit der Rolle der ICAO und von CORSIA. Die Teilnehmenden betonten, dass SAF-Projekte die relevanten Nachhaltigkeits-, Zertifizierungs- und Anforderungen an die Emissionsbilanzierung erfüllen müssen, damit die erzielten Emissionsminderungen international anerkannt werden können.

 

Darüber hinaus erhielten die Teilnehmenden weitere Einblicke in das SAFFly-Projekt in der Suezkanal-Wirtschaftszone, eines der derzeit in Ägypten entwickelten wegweisenden SAF-Projekte. Das Projekt soll zum Aufbau lokaler Produktionskapazitäten beitragen und Ägyptens Position entlang der SAF-Wertschöpfungskette stärken.

 

Ein weiteres wichtiges Thema war die Rückverfolgbarkeit von SAF. Diskutiert wurden physische und virtuelle Chain-of-Custody-Modelle, darunter Mass Balance, Co-processing und Book & Claim. Während Book-&-Claim-Systeme die Entwicklung und Markteinführung von SAF unterstützen könnten, bestehen weiterhin Fragen hinsichtlich ihrer praktischen Umsetzung, regulatorischen Behandlung und internationalen Anerkennung.

 

Der Austausch hat gezeigt, dass Ägypten über mehrere vielversprechende Voraussetzungen für einen potenziellen SAF-Produktionsstandort verfügt: die strategische geografische Lage, bestehende Industrie- und Energieinfrastruktur sowie der Zugang zu internationalen Märkten. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig die Sicherung nachhaltiger lokaler Rohstoffe sowie klare regulatorische und investitionsbezogene Rahmenbedingungen sind.

 

Im Rahmen der Deutsch-Ägyptischen Partnerschaft für Grünen Wasserstoff und ihrer im Auftrag der Energieministerien beider Länder tätigen Umsetzungspartner (BMW, MoERE und MoPMR) werden ägyptische und deutsche Akteure den Dialog weiterführen, um daraus konkrete Chancen für nachhaltige Kraftstoffe in Ägypten zu entwickeln.

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