Die German Arab Chamber of Industry and Commerce (AHK Egypt) veranstaltete ihren zweiten Tourismussalon unter dem Motto „Tourismus und technische Bildung: Eine Zukunftsvision für die ägyptisch-deutsche Zusammenarbeit“. Die Veranstaltung brachte hochrangige Vertreter aus den Bereichen Tourismus und technische Bildung, Repräsentanten des Gastgewerbes, Bildungseinrichtungen sowie Industriepartner zusammen. Dies erfolgt im Rahmen der strategischen Rolle der Kammer als institutionelle Plattform, die politische Entscheidungsträger und Vertreter des Privatsektors zusammenführt, um Visionen abzustimmen und praktische Initiativen zu entwickeln, die zur Weiterentwicklung des Systems der touristischen Berufsbildung und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Sektors auf nationaler und internationaler Ebene beitragen.
Die Sitzung wurde von Dr. Ghada Shalaby, ehemalige stellvertretende Ministerin für Tourismus und Altertümer, moderiert. Sie betonte die Bedeutung einer systematischen Abstimmung der technischen Bildung mit den Anforderungen des Arbeitsmarktes. Zudem stellte sie die dualen Bildungs- und Berufsbildungsprogramme der Kammer vor und unterstrich die Notwendigkeit, Qualifizierungsinitiativen für derzeitige Flughafen- und Hotelmitarbeiter einzuführen, insbesondere für jene mit direktem Kontakt zu Touristen.
In ihrer Begrüßungsrede bekräftigte Maren Diale‑Schellschmidt, Geschäftsführerin von AHK Egypt, das Engagement der Kammer für die Weiterentwicklung des ägyptischen Berufsbildungssystems gemäß deutschen Standards sowie für die Stärkung der öffentlich-privaten Zusammenarbeit. Darüber hinaus erläuterte Mona Ayoub, Direktorin des Competence Center Skills and Training bei AHK Egypt, den deutschen Zertifizierungsrahmen, die Bedeutung von Schul-Eignungsbesuchen sowie die laufenden Bemühungen zur Anhebung der Programme vom C-Level auf das B-Level gemäß internationalen Standards.
Mohamed Ayoub, Vorsitzender des Vorstands der Egyptian Hotel Association, bestätigte die Koordination mit den Ministerien für Bildung und Tourismus zur Umstrukturierung des technischen Bildungssystems in ein ausgewogenes Jahresmodell mit sechs Monaten theoretischem Unterricht und sechs Monaten praktischer Ausbildung. Er stellte fest, dass bereits etwa 32.000 Studierende von den Ausbildungsprogrammen profitiert haben. Beiträge leisteten auch Adham Garranah, Vorstandsmitglied der Egyptian Hotel Association, sowie Yasser El Tagoury, Vorsitzender der Chamber of Tourism Establishments & Restaurants, die die Bedeutung einer engeren Integration zwischen Hotelbetrieben und Bildungseinrichtungen hervorhoben.
Der Salon stellte außerdem Erfahrungen führender Bildungseinrichtungen und Industriepartner vor, darunter Nahdet Misr Schools, El‑Sweedy Schools und Mountain View Schools, die internationale Partnerschaften sowie kurz- und langfristige Ausbildungsmodelle für Studierende und bestehende Arbeitskräfte präsentierten. Die Diskussionen behandelten zudem digitale Plattformen, die Studierende mit Praktikumsmöglichkeiten verbinden, sowie einen erweiterten Zugang zu spezialisierten Kursen im Gastgewerbe. Darüber hinaus wurde eine starke Unterstützung durch führende Hotelunternehmen, darunter Hilton, für die Verbesserung der Ausbildungsstandards und der Qualifikation der Arbeitskräfte hervorgehoben.
Die Diskussionen endeten mit der gemeinsamen Erkenntnis, dass die Stärkung der touristischen Berufsbildung ein strategischer Weg ist, um die globale Wettbewerbsfähigkeit des ägyptischen Tourismussektors zu verbessern, und dass die ägyptisch-deutsche Zusammenarbeit einen praktischen Rahmen für den Wissenstransfer und die Umsetzung internationaler Best Practices bietet, um qualifizierte Fachkräfte auszubilden, die das zukünftige Wachstum des Sektors vorantreiben können.